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Fès

Die geistige und kulinarische Hauptstadt — eine 1.200 Jahre alte Medina ohne Autos.

Fès ist die geistige und kulinarische Hauptstadt Marokkos und beherbergt mit Fès el-Bali eine der größten autofreien Stadtlandschaften der Welt. Gegründet im Jahr 789, ist seine Medina ein Labyrinth aus über 9.000 Gassen, in denen Handwerker noch immer arbeiten wie vor Jahrhunderten.

Weniger auf Tourismus ausgerichtet als Marrakesch, belohnt Fès Reisende, die sich treiben lassen — mit einer der ältesten Universitäten der Welt, farbenprächtigen Gerbereien und einer Küche, die als beste des Landes gilt. Die meisten Besucher bleiben ein bis zwei Tage, oft als Start einer Wüstentour.

Was man in Fès unternehmen kann

1. Medina Fès el-Bali

Die ummauerte Altstadt aus dem 9. Jahrhundert ist UNESCO-Welterbe — verlieren Sie sich in den Gassen zwischen Werkstätten, Brunnen und verborgenen Plätzen, am besten mit einem lokalen Guide.

2. Chouara-Gerbereien

Von einer Dachterrasse blicken Sie auf die berühmten Färbebottiche, in denen Leder noch immer von Hand nach mittelalterlicher Methode gegerbt wird.

3. Al-Quaraouiyine & Bou-Inania

Die Al-Quaraouiyine-Universität (859 gegründet) gilt als älteste der Welt; die Koranschule Bou-Inania beeindruckt mit feinstem Stuck und Zedernholz.

4. Stadttore & Kunsthandwerk

Das blau gekachelte Tor Bab Bou Jeloud rahmt den Eingang zur Medina; in den Souks finden Sie Keramik, Messingarbeiten und Stickereien.

5. Kulinarisches Fès

Kosten Sie Pastilla, Fès-Tajines und Straßenspezialitäten — die Stadt gilt als kulinarisches Herz Marokkos.

6. Merinidengräber und der Blick über die Medina

Auf dem Hügel im Norden liegen die Ruinen der Merinidengräber. Von dort überblicken Sie die gesamte Medina — am eindrucksvollsten kurz vor Sonnenuntergang, wenn der Ruf der Muezzine über die Dächer zieht.

7. Fès el-Jdid und das Mellah

Das „neue Fès" aus dem 13. Jahrhundert beherbergt den Königspalast mit seinen goldenen Toren sowie das Mellah, das jüdische Viertel, mit der restaurierten Ibn-Danan-Synagoge und dem jüdischen Friedhof.

8. Jnan Sbil — der historische Stadtgarten

Zwischen Fès el-Bali und Fès el-Jdid liegt der 2011 aufwendig restaurierte Garten Jnan Sbil mit Wasserbecken, Palmen und altem Baumbestand. Nach Stunden in den engen Gassen ist er die willkommenste Pause der Stadt — und bei Einheimischen deutlich beliebter als bei Besuchern.

Beste Reisezeit für Fès

Die beste Reisezeit für Fès ist März bis Mai und September bis November. Dann liegen die Temperaturen bei angenehmen 20 bis 27 °C — entscheidend in einer Stadt, in der man den ganzen Tag zu Fuß durch enge, oft schattenlose Gassen unterwegs ist.

  • Frühling (März–Mai): die beste Zeit überhaupt. Mild, klar, und das Umland ist grün.
  • Sommer (Juni–August): häufig über 35 °C. Fès liegt im Landesinneren und wird — anders als die Küstenstädte — nicht vom Meer gekühlt. Planen Sie die Medina für den frühen Vormittag.
  • Herbst (September–November): ebenso gut wie das Frühjahr, mit wärmeren Abenden.
  • Winter (Dezember–Februar): kühl, tagsüber um 15 °C, mit Regentagen. Dafür ist die Medina fast menschenleer und in ihrer stimmungsvollsten Verfassung — nehmen Sie eine warme Jacke mit, die Riads sind oft nur schwach beheizt.

Beachten Sie den Ramadan: Tagsüber haben viele Lokale geschlossen, dafür erwacht die Stadt nach Sonnenuntergang eindrucksvoll zum Leben.

Anreise nach Fès

Der Flughafen Fès-Saïss (FEZ) liegt rund 15 km südlich der Stadt und wird aus mehreren europäischen Städten direkt angeflogen. Marokkos Bahnnetz verbindet Fès zuverlässig mit dem Rest des Landes. Wichtig: Der Hochgeschwindigkeitszug Al Boraq fährt auf der Strecke Tanger–Kenitra–Rabat–Casablanca und hält nicht in Fès — von und nach Fès verkehren reguläre ONCF-Züge.

Ungefähre Entfernungen und Fahrzeiten ab Fès:

  • Meknès: rund 60 km, etwa 1 Stunde — oft mit Volubilis zu einem Tagesausflug kombiniert
  • Volubilis (römische Ruinen, UNESCO): rund 70 km, etwa 1 Stunde
  • Ifrane und der Zedernwald von Azrou: rund 65 km, etwa 1 Stunde
  • Chefchaouen: rund 200 km, etwa 4 Stunden
  • Merzouga (Sahara): rund 470 km, üblicherweise als Zwei-Tages-Etappe über Midelt und das Ziz-Tal
  • Marrakesch: rund 530 km — als Einwegroute über die Wüste deutlich lohnender als die direkte Autobahnfahrt

Sich in der Medina zurechtfinden

Fès el-Bali gilt mit mehreren tausend Gassen als das größte autofreie Stadtgebiet der Welt — und man verläuft sich dort garantiert. Das ist Teil des Erlebnisses, kann an einem heißen Nachmittag mit Gepäck aber anstrengend werden. Drei praktische Hinweise: Orientieren Sie sich an den großen Toren wie Bab Boujloud, merken Sie sich, dass es bergab fast immer Richtung Zentrum geht, und nehmen Sie für den ersten Tag einen offiziellen Guide — danach erkunden Sie die Stadt entspannter auf eigene Faust.

Wo Sie in Fès übernachten

Die meisten Reisenden wohnen in einem Riad in Fès el-Bali, mitten im Geschehen und in Gehweite der Sehenswürdigkeiten — dafür müssen Sie das Gepäck das letzte Stück zu Fuß oder per Handkarren transportieren, da keine Autos in die Medina fahren. Wer Komfort und Erreichbarkeit mit dem Auto bevorzugt, findet in der Ville Nouvelle moderne Hotels; von dort sind es rund 15 Minuten mit dem Taxi in die Altstadt.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für Fès?

Ein bis zwei Tage reichen für die Höhepunkte der Medina. Viele Reisende starten hier eine Wüstentour oder eine Route in den Norden.

Braucht man in der Medina einen Guide?

Empfehlenswert — die Gassen sind ein echtes Labyrinth. Ein lokaler Guide öffnet Werkstätten und erzählt die Geschichte, spart Zeit und Umwege.

Ist Fès für die erste Marokko-Reise geeignet?

Ja. Fès ist authentisch und weniger touristisch als Marrakesch; als Start einer Wüstentour ist es ideal gelegen.

Wie viele Tage sollte man für Fès einplanen?

Zwei volle Tage reichen für die Medina, die Gerbereien, die Koranschulen und einen entspannten Blick vom Merinidenhügel. Mit Tagesausflügen nach Volubilis und Meknès sind drei Tage sinnvoll.

Ist Fès oder Marrakesch die bessere Wahl?

Fès ist die ältere, authentischere und weniger touristische Stadt mit der beeindruckenderen Medina. Marrakesch ist lebendiger, besser erschlossen und der praktischere Ausgangspunkt für Wüstentouren. Wer Geschichte und Handwerk sucht, nimmt Fès; wer Atmosphäre, Hotels und Ausflüge sucht, Marrakesch. Viele Reisende verbinden beide auf einer Einwegroute durch die Wüste.

Braucht man in Fès einen Guide?

Für den ersten Tag empfehlen wir es. Die Medina ist unübersichtlich, und ein offizieller Guide öffnet Werkstätten und erklärt Zusammenhänge, die man sonst übersieht. Achten Sie darauf, dass der Guide offiziell lizenziert ist.

Riechen die Gerbereien wirklich so streng?

Ja. In den Chouara-Gerbereien wird bis heute mit Kalk und Taubenkot gearbeitet. An den Aussichtsterrassen bekommen Sie einen Minzzweig gereicht — der hilft tatsächlich. Am erträglichsten ist der Besuch am frühen Morgen.

Kann man von Fès aus in die Wüste fahren?

Ja. Ab Fès führt die Route über Ifrane, Azrou, Midelt und das Ziz-Tal nach Merzouga — rund 470 km, sinnvollerweise in zwei Etappen. Viele Reisende fahren als Einwegroute von Fès über die Wüste weiter nach Marrakesch.

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